Vom Mut, wirklich hier zu sein
Wann warst du eigentlich das letzte Mal so richtig da? Im Moment? Ganz bei Dir?
Zwischen verheerenden Weltereignissen, galoppierendem Fortschritt und To-dos, die mal wieder von der Liste purzeln, bleibt wenig Raum, um zu spüren, wo wir gerade eigentlich wirklich sind.
Reflexhaft versuchen wir, der wachsenden Überforderung mit noch mehr Stimulation zu begegnen. In einer scheinaktiven Flucht nach vorne scrollen wir durch den nächsten botverseuchten Feed, um bloß nicht zu fühlen, was uns zu überfordern droht. Doch langsam dämmert es uns:
Mit dem Kopf im Bildschirm kommen wir hier nicht weiter.

Dieses Jahr treibt uns ganz die Frage um, was es eigentlich braucht, um radikal im Hier und Jetzt anzukommen. Vielleicht ist es der Bass, der in der Brust vibriert. Die Füße im Sand. Der Schweiß, der aus allen Poren rinnt. Die Stille nach einem Gongschlag. Der Moment, in dem wir die gesamte Gefühlspalette zulassen – Trauer und Freude, Wut und Aufregung, Verzweiflung und Lebenslust.
Und weil es auf diese Frage keine universelle Antwort gibt, möchten wir auf der Bucht der Träumer* 2026 gemeinsam so viele Wege ins Hier und Jetzt erkunden, wie wir finden können.
„Nicht alles können wir ändern, aber immer können wir entscheiden, wie wir uns verhalten.“ – Melanie Wolfers, Nimm der Ohnmacht ihre Macht
Denn das Gefühl von Ohnmacht ist kein persönliches Versagen. Paradoxerweise wächst sie gerade dann, wenn wir versuchen, sie zu verdrängen. Und sie wird kleiner, wenn wir den Mut haben, sie zu teilen. Dafür braucht es keinen heroischen Akt.
Es reicht ein erster, ganz kleiner Schritt: wieder mit uns und unserer Umwelt in Kontakt zu gehen. Dann kann aus dieser Begegnung etwas Neues entstehen: Handlungsfähigkeit.
Auf der Bucht der Träumer* machen wir Räume auf, in denen nichts überspielt werden muss. Räume, in denen wir üben können, auch innere Spannungen auszuhalten und uns einander anzuvertrauen.
Um es mit Fatboy Slim zu sagen:
nicht irgendwie, irgendwo, irgendwann,
sondern right here, right now.
Eure Bucht der Träumer*
PS: Als Festivalteam können wir immer nur einen Rahmen setzen. Das wirklich Spannende ist, was ihr daraus macht! Wie blickt ihr auf unser Jahresthema? Schreibt uns gern über diesen Link.
